Current Topics

ABOUT THE ACTIVITIES OF THE ACADEMY
The Academy deals with, among other topics, the socially explosive problem of "shrinking cities". We will soon report about our deliberations. Ex ante an idea which may complement the respective package of measures:
BUILDINGS TO GREEN SCUPLTURES
An already vacant building or a building to be vacated is not being demolished but is being transformed into an ecological, green piece of art.
After move-out of the tenants windows and installations are being removed and access on the ground floor as well as the respective windows are made inaccessible. Climbing plants are planted around the property.
One should image a very large, green monument which comprises two or three green house sculptures, a composition of the category "Land Art" as initially represented by artist such as Christo. From a philosophical viewpoint such composition constitutes "giving back" a part of the built environment to the natural environment.
Under consideration of the increasingly ecological mental attitude of urban population a higher acceptancy for works of art which are based on a design with greenery can be expected. It has estethical as well as psychological properties.
The demolition of redundant residential buildings currently does not take place on the outskirts of cities, but in random places within a city. Such demolition spaces are not always a result of urbanistic considerations but are also due to the lettability of a subject building, resulting in waste land which will not be used for development for a significant period of time. Such waste land is also not being developed into high quality green space such as parks since there are no funds available, neither for investment nor for the maintenance of such space.
Negative effects of demolition may be the appearance of unfavourable wind movements within a city as well as an intermission of the urban ensemble in random localities.
A building as a "green sculpture", although having lost its initial function, remains as three-dimensional artefact within the cityscape.
And the costs?
They are less than for the demolition of a building. The Academy proposes in such a creative precedent to make available the official funds usually paid to a building owner for demolition and enable him to cut his debt service instead.
AUS DEN AKTIVITÄTEN DER AKADEMIE
die Akademie beschäftigt sich unter anderem mit der gesellschaftlich hochbrisanten Problematik der "Schrumpfenden Städte". Über unsere Überlegungen dazu werden wir bald berichten. Jetzt vorab eine Idee, die einen entsprechenden Maßnahmenkatalog gut ergänzen könnte und nicht die städtebaulichen Folgeschäden aufweist wie die praktizierte "Perforierung" der Stadt.
Gebäude zur Grünen Skulptur- Denkmal der Erinnerung"
Um was geht es?
Ein leer werdendes Gebäude (oder einen kleinen Gebäudekomplex) nicht abreißen sondern in ein ökologisches, grünes Kunstwerk verwandeln.
Nach dem Auszug der Mieter, die wenigen Bauteile, die sich dem Haus entnehmen lassen, ausbauen, die Installationen (z.B. Strom, Telefon, Wasser, Kanal) einfach kappen, die Zugänge und Fenster im Erdgeschoß lediglich unzugänglich machen und das Gebäude rundherum mit selbst haftenden Kletterpflanzen begrünen.
Man sollte sich ein sehr großes, grünes Gebilde vorstellen, das aus einem oder 2-3 grünen Hausskulpturen besteht. Die Touristen aus Deutschland und Europa würden, nach entsprechender Vermarktung, Schlange stehen, um so ein visuelles Ereignis zu besichtigen. So eine Gestaltung gehört zu der Kunstgattung „Land Art“ (führender Vertreter Cristo).
Teil des Konzeptes ist eine der realen Bepflanzung zeitlich vorgängige trompe l´oeil – Bemalung des Gebäundekomplexes mit Rankpflanzen im Rahmen einer deutsch-polnischen Sommerschule 2008. Diese künstlerische Aktion soll die ganze Spannungsbreite von „Grün auf Ruinen“als Botschaft vermitteln: Also etwa den Mythos vom Dornröschenschloss oder Natur-Ruine-Ensembles der Maler der deutschen Romantik. Ihnen allen eignet die Grundstimmung, dass die Entwicklung der Menschheit zwar über ehemals als groß und bedeutend eingestufte Leistungen der Gesellschaft hinweggeht, diese aber doch Teil des kollektiven Gedächtnisses bleiben: im vorliegenden Fall also der immensen Bedeutung, die die Wohnform des industriellen Bauens auf das Alltagsleben der Menschen im Sozialismus hatte und die auch heute unter völlig veränderten Bedingungen 1:1 nachwirkt. Die Bepflanzung mit realem rankenden Grün im Nachgang der künstlerischen Bemalung des Hauses bewirkt in unseren Augen einen zusätzlichen Verfremdungseffekt, eine gewollte Brechung der Wahrnehmung des Ganzen im Sinne einer Vielschichtigkeit der künstlerischen Botschaft.
Vor dem Hintergrund dieses baukünstlerischen Konzeptes wird deutlich, dass die geplante Bepflanzung keinen eigenständigen Stellenwert hat. Es soll sich weder um ein Ensemble mit eigenständigen Kultivierungsanforderungen handeln, noch um reine Spontanvegetation. Der Berankung soll der Betrachter anmerken, dass ihr ein Gestaltungskonzept unterliegt, sie soll aber selbst – wie auch die trompe lóeil „altern“. So wie die Bemalung im Laufe der Jahre ausbleicht und abblättert, so wird auch bei gewünschtem ausbleibendem Pflegeeingriff die Berankung stärker und stärker mit Spontanvegetation durchsetzt sein oder sogar selbst Gestaltformen annehmen die konzeptionell vorher nicht geplant waren.
EIN ORT DER ERINNERUNG IST NOTWENDIG
Es sollte deshalb mit Rückschau auf den enormen Bedeutungsüberschuß des System-Wohnungsbaues für Ostdeutschland zumindest an einem Ort der ehemaligen Republik ein Denk-Mal! entstehen. Der Poetensteig 1-5 in Frankfurt/Oder weist für das künstlerische Erinnerungskonzept „Grünskulptur“ alle Vorteile eines solchen genius loci auf: Teil eines Ensembles, Innenstadt-Nähe, visuell exponierte Lage, Eingangstor zu einem innerstädtischen Grüngebiet, Rundum-Erschließung für den Fußgänger ohne Störung einer Nachbarschaft.
Die Grünskulptur als architektonische Großform bezieht sich auf den fensterlosen, technisch demontierten Korpus der „nutzerlos“, aber nicht „nutzlos“gewordenen Wohnzeile. Sie lehnt sich an den baukünstlerischen Topos der Ruine an.Gemeint ist nicht der negativ besetzte Begriff, welcher in dem Adjektiv „ruinös“ mitschwingt, gemeint ist vielmehr das überkommene Fragment einer ehemals wirkungsmächtigen Architektur, die aus Zeitströmungen entstanden wiederum Impulsgeber für diese war. Diese melancholische Verbindung des Einst und Jetzt findet sich etwa in dem Gemälde von Caspar David Friedrich „Die Ruine der Klosters von Eldena“ wieder.
Die barocke und romantische Gartenbaukunst nimmt sich sogar die gebaute Ruine zum Vorwurf einer vage gemutmaßten elysischen Vergangenheit wie der Schloßpark Glienicke es suggeriert oder die alte Meierei im Landschaftspark Reinsberg.
Ruine und Melancholie als die Gewissheit, dass der Pflug der Zeit alles unter sich wirft, sind durchaus keine kitschigen oder sentimentalen Empfindungen, jedenfalls werden es Text- und Bildkollagen, welche in die Grün-Skulptur eingefügt sind, gewiss nicht sein. Sie sollten etwas von der Kraft der Visionen vermitteln, mit denen der Reform-Wohnungsbau für die breiten Schichten der Bevölkerung auf den Weg gebracht wurde und mit gleichem Impetus auch die Schar der Widersprüche, in die sich jede große gesellschaftliche Kraftanstrengung auf die Dauer verstrickt. Den Gestus der Ruine stilisiert die Begrünung in zweifacher Hinsicht: Einmal als illusionistisches trompe l´oeuil und als allmählich sich über sie legende tatsächliche hängende und klimmende Begrünung. Näheres weisen die Zeichnungen dazu von Prof Pininski aus. Die Text- und Bild-Collagen werden ihren Schwerpunkt zur östlichen Straßenseite hin als dem eigentlichen point de vue haben, aber sich wie eine Erzählung um den ganzen Bau hin arrangieren.
Und die Kosten?
Sie sind geringer als der Abbruch eines Hauses bzw. Gebäudekomplexes. Die Akademie würde sich einsetzen, dass in so einem Präzedenzfall die Abbruchkosten ausgezahlt und die Schuldenlast getilgt würde.
Es ist auch theoretisch eine richtige Idee, einen Bau, den man nicht mehr benötigt, der Natur zurückzuführen.
Um diese Idee zu verwirklichen, sollten im Vorfeld die finanziellen Probleme, insbesondere die Altschuldenentlastung und Auszahlung der vollen Abbruchkosten geklärt werden, und zwar beim Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung und zur Altschuldenproblematik die KfW-Bank zu befragen.










